BasketsHomestory

 Peter Huber-Saffer

Baskets Homestory - Peter Huber-Saffer

 

Peter Huber-Saffer in "Action"
Foto:
DTAG

Alles zum Spieler Peter Huber-Saffer

Homestory Peter Huber-Saffer

Hallo liebe Basekts-Fans,

in der Tat konnten wir nun eurem lange gehegten Wunsch folgen und haben eine neue Homestory vorbereitet. Wir haben den Spieler besucht, der in der Fangunst momentan ziemlich weit oben rangiert, da er zuletzt durch sehr gute Leistungen überzeugen konnte. Er ist die große Baskets-Nachwuchshoffnung unter den Brettern und hat in den vergangenen Spielen das in ihn gesetzte Vertrauen mehr als erfüllt. Ein wenig Schwierigkeiten haben die Fans lediglich noch mit dem namentlichen Schlachtruf nach seinen gelungenen Aktionen. Wenn Hallensprecher Frank Piontek wie gewohnt lauthals den Vornamen anstimmt und die ganze Halle im Takt den Nachnamen bejubelt, dann ist die Feinabstimmung aufgrund seines Doppelnamens noch nicht ganz einwandfrei: Peter Huber-Saffer.

Wolfratshausen, Rhöndorf, Peking, Bonn – in 22 Jahren um die Welt und schon ein bisschen weise

Trotz seines jugendlichen Alters, Peter feierte vor einiger Zeit seinen 22. Geburtstag, ist er bereits ein gefestigtes Mitglied der großen Baskets-Familie. Als er zu Beginn der letzten Saison als Youngster von der anderen Rheinseite nach Bonn wechselte, waren manche skeptisch, denn Rhöndorfer wurden auf dem Hardtberg traditionsgemäß eher skeptisch beäugt. Doch Peter bekam wie jeder andere Bonner Neuzugang eine faire Chance und konnte die Fans schnell durch seine ruhige besonnene Art und seine Umgänglichkeit überzeugen. Ihm war von Beginn an klar, dass er hier eine große Chance bekommt viel zu lernen, sich weiter zu entwickeln und das er Geduld haben muss, um seine Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können. Er hat dabei nie einen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass er sich über seine Rolle im Klaren ist und auf seine Gelegenheit warten kann. Die bot sich nun in den letzten Spielen durch den verletzungsbedingten Ausfall von Teamkapitän Branko Klepac und Peter konnte zeigen, wie hart er an sich gearbeitet hat, und dass er unter den Brettern eine echte Verstärkung ist. Trotz seines überzeugenden Auftritts auf dem Feld, bei dem er seine spielerischen Fähigkeiten zeigen konnte, gibt es natürlich noch viel mehr über den Menschen Peter Huber-Saffer zu berichten, was den Fans noch weitestgehend unbekannt ist. Also haben wir uns aufgemacht zum Hausbesuch bei dem 2,08 m-Mann, der mit seiner offenen Art sofort begeistert zugestimmt hat. 

Ich bin ein bisschen spät dran, als ich die Klingel mit der Aufschrift „Huber-Saffer“ drücke. Ich bin immer noch begeistert, dass die Terminabsprache diesmal so prompt und reibungslos geklappt hat und Peter uns einen Einblick in seine private Seite geben wird. Gut gelaunt öffnet er die Türe und ich stelle fest, dass die Wohnung nicht ganz unbekannt ist. Wenn ihr euch die Bilder von Hurls alter Homestory anseht, werdet ihr feststellen, dass es die gleiche Raumaufteilung ist, nur in einer anderen Etage. Michael hat sich mit seiner Kamera bereits am Tisch platziert und nachdem Peter uns bei diesem eisigen Wetter mit heißem Tee versorgt hat, schnappt er sich einen Stuhl und setzt sich uns mit der Lehne voran gegenüber mitten ins Wohnzimmer.  

Wie immer gibt’s natürlich auch für Peter noch mal einen kurzen Überblick über die Internetseite der Baskets und den Hintergrund der Homestories. Als wir den Rechner auf seinem Schreibtisch in der anderen Ecke sehen, liegt die Frage nahe, ob er sich schon mal auf der Baskets-Website informiert hat. Ja klar, ich habe mir z.B. die Stories von Tilo und Branko angesehen. Ansonsten surfe ich auch so durchs Netz, ab und zu ein paar Spiele, und Bilder habe ich etliche auf dem Rechner, die ich mit meiner Digitalkamera gemacht habe. Nur momentan tut sich leider gar nichts, denn der Rechner ist furchtbar langsam, weil ich scheinbar aus Versehen etwas gelöscht habe, was wohl nicht so gut war. Da regt sich natürlich sofort der Computerfachmann in Michael und Peter lässt ihn bereitwillig an seinen PC. Ich habe gestern schon Waldemar angesprochen, ob er mir helfen kann, denn er versteht davon weitaus mehr als ich. Dafür ist die Fachsimpelei der beiden, die sich in den folgenden Minuten abspielt aber ziemlich weit fortgeschritten, also recht unverständlich für mich als Laien. Peter hat sich hinter Michael auf der Durchreiche zur Küche platziert und blickt ihm gebannt über die Schulter, als sich so langsam die Dinge auf dem Bildschirm wieder bewegen. Ich hatte einen Freund zu Besuch, der ein bisschen am Rechner rumgespielt hat, und als ich nach drei Stunden wieder nach Hause kam, da ging nichts mehr. Er zuckt lachend mit den Schultern, als Michael ihn fragt, was das denn alles sei, was der Freund ihm da Lustiges auf die Festplatte geladen hat. Michael nimmt eine große Aufräumaktion des Rechners vor und siehe da, nach einiger Zeit läuft alles wieder bestens. Peter ist sichtlich erleichtert. Zum gelungenen Abschluss ändert Michael noch diverse Einstellungen, unter anderem das deutlich sichtbare Flimmern des Bildschirms. Mensch, vielen Dank dafür, da hat sich euer Besuch von meiner Seite her ja schon gelohnt. Ein breites zufriedenes Grinsen legt sich auf sein Gesicht. Irgendwie lässt sich ja nicht abstreiten, dass da etwas sehr schelmisches in seinem Blick liegt, wenn er den Kopf leicht zur Seite legt und so in die Runde blickt, als könnte ihn kein Wässerchen trüben. Ob das wirklich so ist, wird sich wohl im Laufe des Gesprächs herausstellen. 

Zunächst mal müssen wir das genauer klären, wie es Peter eigentlich aus dem südlichen Bayern hier her an den Rhein verschlagen hat. Geboren ist er in Wolfratshausen und aufgewachsen am Starnberger See, von wo aus man direkte Tuchfühlung zu den Alpen hat. Ja, ja, aus Wolfratshausen kommt übrigens auch der Herr Stoiber, aber das ist nicht der Grund, der mich ins Rheinland verschlagen hat. Meine Eltern leben immer noch am Starnberger See, wogegen wir drei Kinder alle übers Land verstreut sind. Ich bin übrigens der Jüngste unter meinen Geschwistern. Mein Bruder lebt inzwischen in Hamburg und ist als Unternehmensberater tätig. Meine Schwester ist Diplompsychologin und hat auch schon zwei Kinder. Leider sehen wir uns alle nicht mehr so häufig, meist nur in der Weihnachtszeit und in der Sommerpause, da fahre ich dann immer Richtung Süden. Er deutet auf ein Bild, das auf dem Schreibtisch steht und ihn mit seinem kleinen Neffen zeigt. Der Größenunterschied ist natürlich äußerst prägnant. In dem Zusammenhang berichtet Peter auch von seinem Besuch in der Robert-Koch-Schule. Im Rahmen einer Aktion besuchen sämtliche Baskets-Spieler verschiedene Bonner Schulen, um den Kindern und Jugendlichen, aber durchaus auch den Lehrern einen Einblick in die Geheimnisse des Basketballs zu geben. Das war zum Teil schon sehr witzig, wenn lauter so kleine „Zwerge“ staunend um einen herum kreisen. Die hatten unheimlich viel Spaß an der Sache und waren voller Begeisterung. Eine recht frische Erinnerung was den Umgang mit Kindern angeht hat Peter auch noch von der weiten Reise ins russische Perm. Dort besuchten die Baskets ein vom WDR unterstütztes Krankenhaus, in dem krebskranke Kinder betreut werden. Neben dem WDR hatte auch der Baskets-Fanclub „Defense-Die Fans“ für dieses Projekt gesammelt und vor Ort durch den Vorsitzenden Rainer Berhausen die Spenden übergeben. Das war schon eine ziemlich einschneidende Erfahrung, als wir dort mit den Kindern gespielt haben und es war schön zu sehen, dass wir allein mit unserer Anwesenheit etwas Abwechslung in den Alltag dieser Kinder bringen konnten und ihnen damit eine große Freude bereitet haben. Es wird einem danach sehr klar bewusst, wie gut es einem selbst geht und wie sehr man das zu schätzen wissen sollte. Der Blick wird etwas nachdenklicher, als Michael berichtet, dass die Kinder im Nachhinein als Dank für die Bonner Spieler viele Bilder gemalt haben. 

In Laufe des Berichts dieser Reise nach Perm, der kurz danach im WDR lief, gehörte Peter auch zu den Spielern, die interviewt wurden. Das zeigt deutlich, dass auf ihm momentan eine erhöhte Aufmerksamkeit ruht. Wie geht er damit um, wie weit macht es sich bemerkbar, dass ihn die verschiedensten Leute jetzt mehr ansprechen, als vielleicht noch zu Beginn der Saison? Eigentlich finde ich es ganz witzig momentan, aber ich bilde mir da nichts drauf ein. Es ist schon toll, wenn man mitkriegt, dass die Fans sich für einen interessieren und übers Internet sogar nach einer Homestory „verlangen“. Ein verschmitztes Lächeln geht über sein Gesicht. Aber ich bilde mir darauf nicht zuviel ein, ich versuche auch weiterhin, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren, denn vor mir liegt noch ein weiter Weg. Dabei kommen wir auch noch mal auf den Umstand zu sprechen, dass die Mannschaft in dieser Saison deutlich jünger ist, als in den Jahren zuvor. Auch sind wieder mehr Spieler ohne Familie und Kinder dabei. Sanjin und Terrence sind mit 30 und 29 Jahren die Ältesten. Und ich gehe ja auch deutlich auf die 30 zu. Wir können uns darüber natürlich ein Lachen nicht verkneifen.

Wir kommen noch mal auf das Thema der häufigen Auslandsreisen zu sprechen und der Frage danach, was die Spieler eigentlich von den Reisezielen wirklich mitbekommen, denn oft macht die mangelnde Zeit einen Strich durch mögliche Besichtigungstouren. Am meisten gesehen haben wir im vergangenen Jahr sicherlich von Belgrad, als Predrag mit uns einen Rundgang durch die Stadt gemacht hat und in Valencia, als wir erst am Abend des Tages nach dem Spiel zurück geflogen sind. Da hatten wir mal richtig Zeit, uns auch etwas von den Städten anzusehen, das war wirklich abwechslungsreich. Und jetzt in Perm natürlich, wo wir durch den Besuch des Krankenhauses einen ganz anderen Einblick in die Wirklichkeit bekommen haben, der mit dem Sport mal nichts zu tun hatte. Im Gegensatz zur Reise nach Kazan in der zurückliegenden Saison fühlten wir uns diesmal auch etwas besser aufgehoben. Der Flug war wesentlich angenehmer und auch das Hotel war sehr gut. Bis auf diese kleine Panne im Aufzug, als wir stecken geblieben sind und Sasa und Seb uns befreien mussten. Er schüttelt lachend den Kopf und fasst sich noch immer ungläubig schauend mit einer Hand an die Schläfe. Für alle, die den Bericht im WDR nicht gesehen haben: Der Aufzug, in dem sich wohl zu viele Spieler befanden, blieb direkt ca. einen Meter über dem Erdgeschoss stecken. Sasa und Teambetreuer Sebastian mussten mit vereinten Kräften die Türen auseinander schieben, so dass die anderen Spieler den Aufzug krabbelnder Weise wieder verlassen konnten. Auch wir erinnern uns an diverse Erlebnisse zurückliegender Fahrten. Besonders die Erfahrungen mit dem unerwarteten Linksverkehr auf Zypern damals und den beinahe verschlafenen Flug zurück von Kazan hat man in bleibender Erinnerung behalten. Mit einem Schmunzeln stellt Peter fest, dass es allerdings einen Spieler gibt, der noch keine nachhaltigen Erfahrungen mit den weiten Reisen nach Russland machen musste, weil er sich immer kurz vorher verletzt hat: Branko. Auch die auf manchen Fahrten zu den unterschiedlichen Hallen gewährten Polizeieskorten sind immer etwas gewöhnungsbedürftig. Auf den diversen Hallen im In-und Ausland liegt allerdings keine so große Aufmerksamkeit. Einige behält man natürlich in Erinnerung, weil sie irgendwie besonders sind, aber ich für meinen Teil habe jetzt keine Lieblingshalle, in der ich gerne spiele. Man konzentriert sich mehr auf das bevorstehende Spiel selbst, als auf die äußeren Umstände.

Wir kommen noch mal auf Peters Familie zurück, da der Umstand zu klären ist, wie er nun eigentlich hier in die Region gekommen ist. Nach zwei Jahren in Rhöndorf und einer Saison bei den Baskets bestreitet er nun sein viertes Jahr hier im Rheinland. Ich habe damals in München in der A-Jugend in einem Stadtverein gespielt, mit dem wir durch Zufall zur Deutschen Meisterschaft und dort ins Final Four gekommen sind, das damals in Leverkusen stattfand. Dort hat Berthold Bissilek zugeguckt, der zu dieser Zeit Junioren-Nationaltrainer war. Es war allerdings schon klar, dass er als Coach nach Rhöndorf geht und in diesem Zusammenhang hatte er mich angesprochen. Ich habe das allerdings nicht so recht ernst genommen, aber als ich ein paar Wochen wieder zuhause war, bekam ich dann doch einen Anruf, ob ich denn noch Interesse daran hätte, nach Rhöndorf ins Sportinternat zu kommen. Da ich gerade mit der 10. Klasse fertig war, bot es sich auch an, einen Schulwechsel zu vollziehen. Ich habe mir alles angeguckt und habe mich dann dafür entschieden. Bei der Bundeswehr ist Peter nebenbei auch schon gewesen. Ja, das habe ich schon hinter mir. Den Grundwehrdienst habe ich zwei Monate in Holland absolviert und am Ende wurde ich noch die letzten Wochen befreit, da ich an der Universade in Peking teilgenommen habe. Anfangs musste ich dann dreimal im Monat nach Köln, wo ich in der Sportfördergruppe untergebracht war, in der folgenden Zeit dann einmal in der Woche. Das ließ sich aber alles ganz gut regeln, und ich bin froh, dass ich das schon hinter mich gebracht habe.

Für seine jungen Jahre ist Peter schon ziemlich viel herum gekommen. Da stellt sich die Frage, ob ihm von Anfang an klar war, dass er eine Karriere als Profi einschlägt und was dieser Weg alles mit sich bringt. Ich habe erst mit 17 Jahren mit dem Basketball angefangen in der Kreisliga. Noch während dieser Zeit bin ich zur U-20 Nationalmannschaft gekommen und habe innerhalb einer Saison zweimal den Verein gewechselt und schließlich in München in der A-Jugend gespielt. Vorher waren Fußball, Tennis, Mountainbiking und vor allem Rudern angesagt. Das bot sich natürlich am Starnberger See an und wurde auch von der Schule sehr gefördert. Das habe ich fast sechs Jahre gemacht, bis mich ein Freund mal mit zum Basketball-Training genommen hat. Tja, und dann bin ich dort hängen geblieben. Und es macht mir bis heute großen Spaß. Ein breites Grinsen stellt sich ein und wieder dieser Schalk in seinen Augen. Das beste Erlebnis in meiner Basketball-Laufbahn bisher war auf jeden Fall die Teilnahme an der Universade in Peking. Ich hatte mich damals für Mathematik an der Fernuni in Hagen eingeschrieben und konnte deshalb teilnehmen. Das war wirklich eine tolle Zeit. Da habe ich auch Waldemar kennen gelernt, wir sind dann nach Abschluss der Universade gemeinsam hier nach Bonn gekommen. Das war natürlich klasse, dass ich dann schon jemand kannte. Auf die Frage, wie lange er in Peking war, blickt er fragend zu seiner Freundin Angela, die inzwischen auch dazu gekommen ist und sich alles von der offenen Küche her ansieht. Etwa zwei Wochen wart ihr damals unterwegs. Peter holt derweil noch ein Foto mit den deutschen Teilnehmern hervor, auf dem sich unter anderem auch Pascal Roller und Robert Marras zeigen.  

Ein Manko, das ihn bis heute verfolgt ist in der Tat der Umstand, dass er erst so spät zum Basketball gekommen ist und sich kaum für diesen Sport interessiert hat, bis er sozusagen mitten hinein gerutscht ist. Wenn ältere Spieler, oder auch jüngere, die schon lange dabei sind, über die Größen des Basketballs sprechen, dann muss ich noch manches Mal fragend mit den Schultern zucken, weil ich die vermeintlich großen Namen überhaupt nicht kennen. Das ist bisweilen schon recht peinlich, aber was soll ich machen? Fragend hebt er die Hände und berichtet, wie er einst gegen die hiesige Lokalgröße „Bibo“ Mair gespielt hat und leider gar nicht wusste, mit wem er es da zu tun hatte. 

Nach der Universade in Peking ging es dann direkt hier her nach Bonn. Das war schon ein komisches Gefühl, meine erste eigene Wohnung und all diese Sachen. Da war ich ganz froh, dass ich durch das Leben vorher im Internat so eine langsame Gewöhnung an den Weggang vom Elternhaus hatte. Allerdings haben wir vor allem in der Anfangszeit natürlich viel telefoniert. Aber seit der Vertragsunterzeichnung in Rhöndorf war ja klar, dass ich den Weg als Profi einschlagen werde und so wollte ich mich dann auch verhalten. Ich erinnere mich noch gut, wie ich damals in München noch in der Schule mit meinen Freunden gesprochen habe, die mich fragten, wo ich denn später gerne mal spielen möchte. Bonn wäre doch naheliegend, wenn ich schon in der Gegend  sei. Ich habe das damals abgetan, weil ich es nicht für möglich hielt. Als dann eines Tages der Anruf kann, war ich ziemlich aufgeregt und auch verblüfft, dass man mich so hoch einschätzt und mir tatsächlich diese Chance geben wollte. Lachend fügt er hinzu: Zumal ich ja von der anderen Rheinseite auf den Hardtberg kam... Aber es ist ja alles gut gegangen.  

Es scheint wirklich so, als hätten sich die Möglichkeiten für Peter immer wieder nahtlos aneinander gereiht ergeben. Wie aber sieht es mit der Zukunft aus, gibt es schon Pläne für die Zeit nach dem aktiven Sport? Ganz aktuell habe ich mich wieder bei der Fernuni in Hagen eingeschrieben. In das Material habe ich mich auch schon eingelesen, er deutet ein wenig zwiespältig auf den Stapel von Heften und Büchern, die hinter ihm auf dem Tisch liegen, aber durch die Verletzung, die ich hatte, blieb zum Teil wenig Zeit, um mich weiter mit der Thematik auseinander zu setzen. Man braucht eine Menge Disziplin, um diese Lernphasen in den Alltag einzubauen, aber ich habe mir fest vorgenommen, auch da am Ball zu bleiben. Ich habe mich für Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben und werde erst mal sehen, dass ich das BWL Grundstudium hinter mich bringe, das auf vier Semester angesetzt ist. Danach kann ich mich dann noch mal detaillierter orientieren. Gut vorstellen könnte ich mir eine Tätigkeit im Bereich Sportmanagement. Für dieses Gebiet habe ich mich schon immer sehr interessiert und ich hoffe, dass ich das auch entsprechend umsetzen kann. Aber ich habe ja sozusagen ein Vorbild, an das ich mich halten kann. Waldemar ist schon länger mit Wirtschaftsinformatik bei der Fernuni dabei und zieht das sehr konsequent durch. Ich werde das aber wirklich ernsthaft betreiben, denn ich brauche auch die Ablenkung bzw. das Gegengewicht zum Sport. Das funktioniert eigentlich ganz gut, wenn man sich da einen Ausgleich schafft. Ich weiß, dass es auch viele Spieler gibt, die sich allein auf Basketball konzentrieren, aber ich komme besser zurecht, wenn ich auch noch auf einem anderen Gebiet gefordert werde. Letztlich muss das aber jeder für sich entscheiden, wie er das handhabt.

Bei all den Plänen von Peter darf natürlich die Frage nicht ausbleiben, was sich seine Freundin Angela sich für die nächste Zeit  vorgenommen hat. Ich mache momentan eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau. Danach werde ich aller Voraussicht nach ein Jahr in die USA gehen, nach Los Angeles. Dort lebt ein Teil unserer Familie und ich denke, das ist eine sehr gute Chance, wenn ich das jetzt nach Abitur und Ausbildung mache. Vielleicht ergibt sich nämlich später keine Gelegenheit mehr dazu, wenn man einmal im Arbeitsalltag drin ist. Ich freue mich sehr darauf. Ob ich dort dann schon arbeiten kann und werde, muss sich einfach zeigen. Man kann sich schon gut vorstellten, dass sie mit ihrer warmherzigen Art und ihrem sympathischen Lächeln den Peter im Handumdrehen eingefangen hatte. Das es eine schwierige Zeit für die beiden werden könnte, ist  aber wohl noch kein Thema. Wie so vieles andere auch wird Peter das sicherlich auf sich zukommen lassen. Zum Urlaub war ich ja auch schon mal in Amerika, einmal in New York, das ist allerdings schon eine Weile her. Das andere Mal war ich dann in San Francisco. Das hat mir sehr gut gefallen und ich würde auch gerne noch mal dorthin fahren. Im letzten Jahr war dafür allerdings leider keine passende Gelegenheit. Da war ich den Sommer über bei meinen Eltern am Starnberger See, das war auch sehr schön. Ich habe viele Leute getroffen und außerdem bin ich auch gerne in der Nähe der Berge. Nach München ist es auch nicht weit, da kann man eine Menge machen. Deshalb fühle ich mich hier in Bonn auch ganz wohl, denn das Siebengebirge und der Rhein bieten doch immerhin eine gewisse Illusion von Bergen und Seen. Außerdem ist es hier insgesamt sehr bewaldet, auch das gefällt mir gut. So war die Umstellung alles in allem nicht so groß. Auch die spielerische Entwicklung ist für mich sehr zufriedenstellend. Durch meine Einsätze in Sechtem in der vergangenen Saison habe ich viel Praxis bekommen und durch das Training mit den Baskets habe ich viel dazu gelernt. Vor allem von den erfahrenen Centern wie Marc Suhr oder jetzt Cico kann ich einiges lernen. Ich finde es klasse, dass sie mich immer wieder beiseite nehmen und mit mir über die Fehler sprechen, die ich halt noch manches Mal mache. Sie zeigen mir dann Tricks und Moves, mit denen ich mich verbessern kann. Ich nehme davon ungemein viel mit. Ich habe vor allem unheimlich viel Spaß am Spiel, und das gibt mir immer die Möglichkeit bzw. die Bereitschaft, weiter an mir zu arbeiten und weiter dazu zu lernen. Alles in allem bin ich sehr gerne hier in Bonn und kann sagen, dass für mich bisher wirklich alles sehr gut gelaufen ist. Breit grinsend klatscht er in die Hände und nickt zustimmend. Ein besseres Schlusswort könnte es kaum geben und deshalb kommen wir so langsam zum Ende unseres Besuchs. 

Zum Abschluss gibt es wie immer die obligatorischen Fotos, die einfach zu einer gelungen Homestory dazu gehören. Peter ist ganz bereitwillig bei der Sache, wogegen wir Angela ein wenig überreden müssen. Aber die Stimmung ist insgesamt so positiv und gelöst, dass auch das kein Problem darstellt. Am Ende hat sie scheinbar auch viel Spaß an der ganzen Sache gehabt und wir haben uns gefreut, dass sie es zeitlich einrichten konnte, doch noch dazu zu kommen. Wir verabschieden uns nun langsam von Peter und Angela. Mit großem Dank und einigem Respekt verlassen wir den Youngster der Baskets, der sich wirklich sehr umgänglich und mit viel Engagement den Fragen gestellt hat und dabei den Eindruck vermittelt, dass er zu den Menschen gehört, die auf dem Boden geblieben sind und es auch in Zukunft bleiben werden. Er ist aus Überzeugung Basketballer geworden und betreibt seine Entwicklung sehr gewissenhaft. Die Basketsfangemeinde wird im weiteren Verlauf sicher noch viel Freude an Peter als Mensch und als Spieler haben. Dann darf ich mich auch bei euch für den netten Besuch bedanken und ich hoffe, dass ich mich so zeigen konnte, wie ich bin.

 Fotos: Michael Mager, Text: Anja Horstmann

© Michael Mager | Telekom Baskets Bonn